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5, 4, 3, 2, 1 – und es geht noch weniger

Renditen im freien Fall auf der MIPIM

Autor: Gerhard Rodler aus Cannes

Nachdem die EZB die Zinsen noch einmal deutlich nach unten geschraubt hat, sind offensichtlich auch am Immobilienmarkt alle Dämme gebrochen: 5, 4, 3, 2, 1 und nach unten ist da noch immer Platz! Die Renditen für gut vermietete Büros sind seit Jahren unaufhaltsam im Tiefflug. Was vor ein paar Jahren noch eine Rendite von fünf Prozent gebracht hat, tendiert derzeit in Richtung vier Prozent und die drei Prozent sind schon für die nächsten Wochen (!) in Sichtweite. Was sich hier in Cannes auf der erst wenige Stunden geöffneten MIPIM abspielt, hat es in dieser Form noch nie gegeben – und war so auch wohl nicht erwartet worden.

Der europäische Büroimmobilienmarkt hat zu einem noch nicht gekannten Höhenflug angesetzt, was die Preise betrifft. Drei Prozent Rendite im Schnitt sollten bald Realität werden, zwei oder sogar nur noch ein Prozent für stabile Märkte – und dazu zählt auch Wien (!) – durchaus denkbar. Aber: Da geht noch mehr, sagte bereits gestern Abend in informellem Kreis Jochen Brückler von PwC: „Auf Basis unserer regelmäßigen Markterhebungen gehen wir davon aus, dass die Renditen weiter stark fallen werden. Erstmals in der Geschichte könnte es auch am Büroimmobilienmarkt europaweit Negativrenditen geben.“

Laut Brückler verlagert sich daher das Investoreninteresse auf bisherige „Nebenschauplätze“, wie beispielsweise Logistik, Studentenwohnen oder auch Gesundheits- und Sozialimmobilien. Aber auch hier dürften die Renditen auf längere Sicht zum Tiefflug ansetzen.

Da hilft es wenig, wenn sich hier in Cannes erstmals in der Geschichte der MIPIM das Interesse von Büro auf Wohnimmobilien verlagert. Fazit: Der spannendste erste MIPIM-Tag ever!