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Corona befeuert strukturellen Wandel

In Asien sogar noch schneller

Autor: Charles Steiner

Die Coronakrise hat die Karten neu gemischt - vor allem, was das Investmentgeschehen in den verschiedenen Assetklassen betrifft. Da wird ein struktureller einsetzen, ist sich M&G Research sicher - angestoßene Trends werden beschleunigt werden, vor allem in Asien hat er bereits mit voller Kraft eingesetzt. Demnach müssen sich auch Investoren entsprechend orientieren.

In Japan etwa hat der Trend zum Stadtleben - in Gegensatz zu Österreich, wo das Umland in den Fokus gerückt ist - weiter angehalten. Kürzere Wege zur Arbeitsstätte, bessere Lieferketten und stabilere Infrastruktur, nachdem Tokio von häufigen Erdbeben heimgesucht wird. Arbeitsmöglichkeiten für Angestellte werden sich wahrscheinlich auch weiterhin auf Städte wie den Großraum Tokio oder Osaka konzentrieren, was diese Standorte für die Generation Z attraktiv macht. Und entsprechend Büroimmobilien - vor allem in Premiumlagen - attraktiv.

Der Logistiksektor hat etwa sich während der Pandemie als widerstandsfähig erwiesen. Das liegt vor allem am stark gewachsenen Online-Handel und der gestiegenen Nachfrage nach kurzfristigen Mietverträgen. Um wichtige Güter zu bevorraten und handlungsfähig zu bleiben, bräuchten Mieter mehr Platz. In den APAC-Industrieländern führte das in diesem Jahr bisher zu stabilen Vermietungsraten und steigenden Mieten in Märkten mit sehr niedrigen Leerständen wie im Großraum Tokio. Einzelhändler und Hersteller arbeiten gerade daran, die Stabilität ihrer Lieferketten und Vertriebsnetze zu stärken. In Australien, Japan oder Südkorea würden etliche Unternehmen ihre Produktions- oder Lagerstätten jetzt neu bewerten. Dieser Prozess kann die Nachfrage auf den jeweiligen heimischen Logistikmärkten weiter ankurbeln. Bevölkerungsreiche Märkte mit wenigen erstklassig gelegenen und ausgestatteten Logistikimmobilien wie Tokio, Osaka, Sidney, Melbourne und Seoul sollten von diesen strukturellen Veränderungen profitieren.

Die Einzelhandelsbranche hat die Auswirkungen von COVID-19 auf allen Märkten zu spüren bekommen. Zu einem Zeitpunkt, da sie bereits unter strukturellen Veränderungen litt, beschleunigte die Pandemie die Konsolidierung noch. Überleben werden die Handelsunternehmen, die digitale Strategien, wie beispielsweise den Multichannel-Vertrieb, bereits erfolgreich eingeführt und ihre Geschäftspraktiken überdacht haben. Weil die Grenzen zwischen digitalem und physischem Einzelhandel immer mehr verschwimmen, werden Händler von ihren Vermietern erwarten, variablere Messgrößen, wie unter anderem die Kundenfrequenz, in die Verträge einbeziehen.

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