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Brexiteinigung: Europa vor Asienkapitalflut

Das sind die Auswirkungen des Deals:

Autor: Gerhard Rodler und Stefan Posch

Auch wenn erst wenige Details der heutigen Brexiteinigung bekannt sind, zeichnen sich bereits die wichtigste Eckpunkte für die europäische Immobilienwirtschaft ab. Unsicherheitsfaktor bleiben jetzt noch das britische Parlament (die Opposition hat sich auf ein zweites Referendum eingeschworen) und die Reaktion der Iren.

immoflash machte eine Blitzumfrage in der österreichischen Immobranche: Demnach ist die Mehrheit überzeugt, dass sich damit ein Aufwind für Gewerbeimmobilien in den Wirtschaftszentren anbahnt mit zumindest stabilen Leerständen. Auch eine massiver Kapitalstrom asiatischen Gelds von London nach Europa sei sehr wahrscheinlich - und damit auch weiter fallende Renditen für erstklassige Büroimmobilien. Der Investmentmarkt Wien wird von diesem Trend nur anteilig profitieren, da durch den Brexit-Deal ganz Nordeuropa nunmehr als "save haven" gelte. Generell geht man auch davon aus, dass sich die Abflachung der Konjunktur nun wieder einpendeln werde, generell mehr Optimismus zurück kehren werde und damit auch die Gewerbeimmobilien wieder mehr nachgefragt werden.

Als absoluten Profiteur des Brexit-Deals beurteilten die immoflash-Gesprächsparter die Assetklasse Logistik und sogar auch Retail. Keine Auswirkungen werden - mit Ausnahme der weiter niedrigen Zinsen - für die Assetklasse Wohnen erwartet.

Chaotische Verhältnisse, die im Falle eines ungeregelten Ausscheiden des Vereinigten Königreiches aus der EU wohl gedroht hätten, scheinen nun gebannt - allerdings auch nur, wenn am Samstag die Abstimmung im Londoner Parlament durchgewunken wird und die Iren ebenfalls pro stimmen. Die Reaktion auf den Aktienmärkten folgte prompt: So kletterte etwa heute Mittag der DAX über die Marke von 12.800 Punkten, der höchste Stand seit August 2018.