Immobilien Magazin

Das droht beim Bestellerprinzip

Das Bestellerprinzip, wie es in Deutschland gehandhabt wird, wird seit Jahren auch von manchen Politikern in Österreich laut angedacht und auch seit zwei Jahren im Parlament behandelt. Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder geht auf die Barrikaden.

Autor: Charles Steiner

Eine hitzige Diskussion entflammte sich am Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer. Das, obwohl es eigentlich um eine neue verpflichtende Versicherung für Hausverwalter ging (immoflash berichtete). Reizwort: Das Bestellerprinzip. Laut diesem sollte den Makler nicht der Mieter oder Käufer, sondern der Auftraggeber bezahlen. Das reichte schon, um bei Fachverbandsobmann Georg Edlauer sowie seinen Stellvertretern Gerald Gollenz und Reinhold Lexer einiges an Wut zu erzeugen.

"Zwar gibt es in Deutschland eine Mietpreisbremse, aber die richtet sich nach Marktpreisen. In Österreich wurde einfach ein willkürlicher Höchstbetrag gesetzt. Da fängt das Problem schon einmal an, denn ohne Marktpreise kann der Makler auch keine Beratungskosten kostendeckend einpreisen", erklärt Edlauer und führt weiter aus, dass es dann passieren könne, dass Makler günstige Wohnungen erst gar nicht professionell vermitteln würden, wenn das Bestellerprinzip kommt. Denn bei einer angenommenen Monatsmiete und der daraus resultierenden Provision, die sich auf drei bis vier Prozent beläuft, würde der Makler stark ins Minus fahren.

Zudem, fügt Reinhold Lexer hinzu, wären die Makler in Österreich eher als Doppelmakler tätig, beraten also Abgeber und Mieter bzw. Käufer. Beide müssten die Makler im Auge behalten, weswegen Lexer es für sinnvoll erachtet, dass sowohl Abgeber als auch Annehmer bezahlen. Vor allem aber: "Die Menschen sehen nur 10 Prozent unserer Leistung. Die Aufbereitung der Daten, die Amtswege oder generell die Wege zur Besichtigung, die sehen sie nicht. Aber sie kosten Geld. Und wir bekommen erst ein Honorar, wenn es einen Vertragsabschluss gibt."

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Kommentare

Wunderlich | 17.02.2017 12:42

Die Problematik ist nicht alleine in der sinkenden Qualität zu erwarten, sondern im Bereich der freien Mietzinsbildung, durch ansteigende Mietpreise. Die Kosten der Abgeberprovison werden letztendlich in der Miete eingepreist und am Ende zahlt der Mieter um ein Vielfaches mehr, als wenn er die Maklerprovision bezahlt hätte. Leider wird darauf nicht Bedacht genommen, da es hier nur darum geht, die Mieter augenscheinlich zu schützen. Bezahlt wird diese Schutzmaßnahme am Ende wieder vom Mieter.