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Aufholbedarf beim Neuen Arbeiten

Der Kampf um neue Talente ist hoch. Unternehmen wollen diesen Kampf mit neuen Arbeitswelten für sich entscheiden. Durch die Digitalisierung sind zudem Datenanalysen zur gezielten Förderung von Arbeitskräften möglich. Nur: Einer Studie von PwC zufolge gibt es sowohl bei der Unternehmenskultur als auch beim Einsatz von Datenanalysen Nachholbedarf.

Autor: Charles Steiner

Flexibles und autonomes Arbeiten sind Trends, die zunehmend die Unternehmensstrukturen verändern und auch die Planung des Work-Flows komplett erneuert. Dabei geht es nämlich nicht nur darum, entsprechend flexibel arbeiten zu können, sondern auch eine entsprechende Work-Life-Balance, um die Mitarbeiter zufrieden zu halten. Und letztendlich geht es auch um entsprechende Personalentscheidungen, die sich aus den jeweiligen Arbeitsbildern ergeben. Das alles sollte skalierbar darstellbar sein, ein Mittel dazu sind entsprechende Datenanalysen - denn in großen Unternehmen fehlt oft der Überblick über die individuelle Arbeitsleistung. Nur die Nutzung solcher Analysen scheint bei den Unternehmensführungen noch nicht so richtig angekommen zu sein. Zumindest geht das aus der aktuellen PwC-Studie „Preparing für tomorrow's workforce, today“, der in Zusammenarbeit mit der London Business School veröffentlicht wurde.

Dieser Studie zufolge, bei der 1.246 COOs und leitende Angestellte aus dem HR-Bereich befragt wurden, gibt es sowohl bei der Flexibilität und der Autonomie beim Arbeiten wie auch bei der digitalen Analyse dieser Faktoren noch Aufholbedarf. Zwar hielten 76 Prozent der Befragten eine faire und angemessene Verteilung des Arbeitspensums für wichtig, allerdings haben nur 50 Prozent auch entsprechende Schritte gesetzt. Ähnlich ist das bei der Flexibilität - Stichwort Home Office oder ähnliches: 70 Prozent der Personalabteilungen halten das zwar für wichtig, aber nur 45 Prozent haben bereits Maßnahmen gesetzt, um das umzusetzen.

Ähnliches Bild bei der Datenanalyse: Während mehr als 60 Prozent der Befragten angaben, dass Datenanalysen wichtig für Personalentscheidungen sind, werden diese nur von 27 Prozent tatsächlich umgesetzt. Darüber verwenden nur 38 Prozent der Befragten auf Datenanalysen, um erforderliche Kompetenzen vorauszuplanen und zu überwachen, während 31 Prozent erweiterte Personalplanungsstrategien sowie prognostische Analysen nützen. Nur 28 Prozent verwenden Datenanalysen, um Befangenheit bei der Personalbeschaffung zu beschränken und auf Einzelpersonen zugeschnittene Anreize zu schaffen.

Doch das sind laut PwC Faktoren, die für den War on Talents entscheidend sein werden. Olivia Stiedl, Leitung des Bereichs People und Organisation bei PwC sagt: „Der Bericht zeigt, wie wichtig es für Organisationen ist, in digitale Tools zu investieren. Unternehmen treffen personalbezogene Entscheidungen zunehmend datenbasiert, ganz gleich, ob es um das Prognostizieren und Beheben von Kompetenzlücken geht, um den Umgang mit Befangenheit bei Personalentscheidungen, um die richtige Zusammensetzung von Teams oder um die Vergütung.“ Viele Unternehmen hätten kaum Überblick über die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter und wüssten auch nicht, was von wem wann erledigt würde. Damit können aber Fähigkeiten und Talente auch nicht weiterentwickelt werden.