Immobilien Magazin

Deutscher Wohninvestmentmarkt wieder stark

Nach einem im Vergleich zum Vorjahr schwachen erstem Halbjahr (-27 Prozent) hat der deutsche Wohninvestmentmarkt mit 6,4 Milliarden Euro dritten Quartal 2019 wieder Boden gut machen können.

Autor: Stefan Posch

Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Quartalen (jeweils rund 4,0 Milliarden Euro) ist ein Plus von 56 Prozent zu notieren. Insgesamt bewegt sich das Transaktionsvolumen im Dreivierteljahreszeitraum 2019 mit 14,5 Milliarden Euro derzeit nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der Fünfjahresschnitt wurde um 15 Prozent übertroffen.

„Mit dem Ergebnis sind bereits 78 Prozent des gesamten Vorjahresvolumens (18,6 Milliarden Euro) erreicht. Die gegenwärtige Konstellation aus hoher institutioneller Nachfrage bei anhaltend günstigem Finanzierungsumfeld sowie einem knappen Angebot und einer hohen rechtlichen Unsicherheit lässt allerdings Spielraum für unterschiedliche Szenarien und macht einen Ausblick immer schwieriger“, erklärt Konstantin Kortmann, Head of Residential Investment JLL Germany. Das Transaktionsvolumen für das Gesamtjahr 2019 könne aber wieder nahe an das Vorjahresvolumen heranreichen. 18 Milliarden Euro hält Wortmann für durchaus realistisch.

Der Anteil der in Deutschland beheimateten Investoren lag in den ersten neun Monaten 2019 bei rund 89 Prozent. Damit zeigen die Aktivitäten internationaler Investoren (11 Prozent) im laufenden Jahr bis dato gegenüber dem Fünfjahresschnitt (23 Prozent) einen deutlichen Rückgang. Kapital vor allem aus Luxemburg (430 Millionen Euro), der Schweiz (410 Millionen Euro), der USA (230 Millionen Euro) und Israel (160 Millionen Euro) floss in den deutschen Wohninvestmentmarkt.

„Insgesamt zeichnet sich damit der Trend ab, dass der deutsche Wohnungsmarkt als Ziel zunehmender Regulierungen ein detailliertes Verständnis der Immobilienmärkte vor Ort erfordert. Die Zuspitzung des wohnungspolitischen Kurses in Deutschland, die mit dem Referentenentwurf zum Berliner Mietendeckel durch die Berliner Senatsverwaltung seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte, hat das Ausmaß der rechtlichen Unsicherheit erheblich erhöht und aller fundamentalen Faktoren, wie bestehender Nachfrageüberhänge, zum Trotz die Investoren, insbesondere ausländische, vorsichtiger gemacht“, so Kortmann.