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Digitalisierung in der Baubranche

Herbstkongress IG Lebenszyklus über digitale Revolution

Autor: Stefan Posch

Die Baubranche gilt im allgemeinen nicht gerade als Vorreiter, was die digitale Revolutionen betrifft. Die IG Lebenszyklus hat sich zur Aufgabe gemacht das zu ändern und machte bei ihrem Herbstkongress am vergangenen Donnerstag unter dem Motto „Change the Business“ Bauen 4.0 zum Hauptthema.

Als Keynote-Speaker wurde der „digitale Darwinist und Evangelist“ Karl-Heinz Land eingeladen. Der Unternehmer und Buchautor vergleicht die digitale Revolution mit der Evolution. Und das sei oft „ein blutiges Geschäft“. Die Liste der Unternehmen, die durch die digitale Revolution ausgelöscht wurden, sei lang und werde noch länger werden. Doch er sehe sich auch als Evangelist und somit als „Überbringer einer frohen Botschaft“: Es sei noch nicht zu spät und man könne noch etwas tun.

Für Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG, sollte der Grundgedanke beim Bauen Reduce, Reuse und Recycle sein. Claus Stadler, Vorstand der UBM Development AG, sieht mit der Digitalisierung vor allem die Chance, Risiken besser zu managen. Weiters referierte Eva-Maria Eichinger-Vill vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) über die FTI-Strategie der Bundesregierung. Stefan Resch, Abteilungsleiter Controlling, Kosten- und Mauttarifrechnung bei der ASFINAG, stellte Lebenszyklusmodelle im Straßen- und Tunnelbau vor. Der Co-Geschäftsführer der Rhomberg Holding Hubert Rhomberg sprach über „einen Baustoff mit CO2-Speichertechnologie“. Gemeint war keine hochtechnologische Entwicklung eines Forschungslabors sondern einer der ältesten Baustoffe überhaupt: Holz. Zudem plädierte Rhomberg für eine modulare Bauweise, um eine Wiederverwendbarkeit zu gewährleisten. „Lego-Prinzip statt Ego-Prinzip“, fasst Rhomberg seine Forderung zusammen.

Nach einer von Standard-Redakteur Wojciech Czaja moderierten Diskussionsrunde näherte sich ein weitere Höhepunkt der Tagung: Die Verleihung des Lebenszyklus-Award 2016. Der niederösterreichische Windstromproduzent Windkraft Simonsfeld wird für seine neue Firmenzentrale, ein Plusenergiegebäude in Ernstbrunn ausgezeichnet. Auch der Verein „Wohnprojekt Wien“ und der gemeinnützige Bauträger Schwarzatal erhielten den Lebenszyklus-Award 2016 für das Wohnprojekt Wien im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Eine Sonderauszeichnung erhielt das Generalplanerteam rund um Nussmüller Architekten ZT und das AEE - Institut für Nachhaltige Technologien, das die Sanierung der Wohnhausanlage e80^3 in Kapfenberg initiiert hat. Mit dem Special Award „Kommunales Engagement“ wurde die GBG Gebäude- und Baumanagement Graz für die Volksschule Mariagrün in Graz ausgezeichnet.

Ein ausführlicher Videobericht erscheint demnächst im immoflash.