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Erstmals Standards für Denkmalpflege

Mehr Rechtssicherheit bei denkmalgeschützten Objekten

Autor: Gerhard Rodler

Das Bundesdenkmalamt (BDA) hat jetzt seine „Standards der Baudenkmalpflege“ im Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege präsentiert.

Das 416 Seiten umfassende Nachschlagewerk bietet erstmals in Österreich allen Beteiligten einen einheitlichen Orientierungsrahmen für den Erhalt von denkmalgeschützten Bauwerken sowie für deren bauliche Veränderungen. Die Standards sind in die drei Kapitel Erfassen, Erhalten und Verändern unterteilt. Sie bieten Entscheidungshilfen für den Planungsprozess, für den denkmalgerechten Umgang mit Materialien, Bauteilen, Ausbauelementen und künstlerisch-kunsthandwerklicher Ausstattung sowie für alle Arten baulicher Veränderungen von Substanz und Erscheinungsbild: vom Dachausbau über Energiesparmaßnahmen bis zum Einbau von Sende- und Empfangsanlagen. Selbst nicht rechtswirksam, geben die Standards aber Orientierung darüber, welche Abwägungen das Bundesdenkmalamt bei Verfahren nach dem Denkmalschutzgesetz vornimmt.

Bernd Euler-Rolle, Fachdirektor des Bundesdenkmalamtes: „Die Standards sind ein Grundgerüst für denkmalpflegerische Entscheidungswege. Sie zeigen, was denkmalgerechtes Handeln am historischen Bauwerk bedeutet und geben somit Planungssicherheit. Die Standards sind keine Normen, sondern geben Orientierungshilfe für den Umgang mit Veränderungsabsichten und baulichen Erfordernissen bereits im Vorfeld von Eingriffen. Sie entsprechen einem über die Jahre gewachsenen Wunsch von EigentümerInnen, Planenden und Ausführenden. Mit den Standards haben denkmalfachliche Entscheidungen nun einen Referenzrahmen. In der vorliegenden detailreichen Form sind die Standards in Europa bislang einzigartig.“ Die „Standards der Baudenkmalpflege“ wurden von einer Arbeitsgruppe des Bundesdenkmalamtes zusammen mit rund vierzig Experten aus allen für die Denkmalpflege wichtigen Fachgebieten ausgearbeitet.