Immobilien Magazin

Europas Immo-Markt boomt weiterhin

Starke wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts haben den europäischen Immobilienmarkt stark beflügelt. 2017 sind so CMS Rechtsanwälte, 234 Milliarden Euro transferiert worden.

Autor: Charles Steiner

Nicht nur der österreichische oder der deutsche Immobilienmarkt hat im Vorjahr einen Rekord nach dem anderen hingelegt, sondern ganz Europa. Im Rahmen der CMS European Real Estate Deal Point Study 2018 von CMS Reich-Rohrwig Rechtsanwälte, die auf Basis von rund 1.350 Transaktionen in 14 Europäischen Staaten erstellt wurde, seien im Vorjahr rund 234 Milliarden Euro umgesetzt worden, sieben Prozent als noch 2016 und damit in absolut rekordverdächtigen Sphären unterwegs. Politische Unsicherheiten wie Brexit, Handelskriege und die Frage, ob der historisch niedrige Leitzins steigt oder nicht, haben sich auf den Märkten - wie auch auf der Expo Real - kaum bemerkbar gemacht.

Obwohl Büroimmobilien dominierten und mit 40 Prozent am Gesamtvolumen die stärkste Assetklasse darstellten, interessieren sich Investoren - wohl aufgrund der mittlerweile sehr niedrigen Renditen - für Spezialimmobilien wie Hotels, Serviced Apartments, Studentenwohnheime und Pflegeimmobilien, welche Aussicht auf höhere Renditen bieten. Mit 14 Prozent der Markttransaktionen erreichten alternative Assets eine neue Höchstmarke, geht aus der Studie hervor. Das gilt auch für Logistikimmobilien, die ebenfalls 14 Prozent am Gesamtvolumen teilgehabt hatten.

Wesentliche Kernaussage der Studie: Verkäufer haben nach wie vor eine sehr starke Verhandlungsposition. Laut CMS habe sich besonders in einem gestiegenen Anteil verkäuferfreundlicher Haftungsregelungen niedergeschlagen. Deutlich über die Hälfte der untersuchten Kaufverträge (56 Prozent) enthielten eine haftungsbeschränkende De-minimis-Klausel. Die ebenfalls haftungsbeschränkenden Basket-Klauseln wurden 2017 erstmals bei der Hälfte aller Transaktionen vereinbart, 2010 enthielten nur 14 Prozent der untersuchten Verträge eine Basket-Klausel. „Hohe und weiter steigende Preise sind typische Merkmale eines Verkäufermarktes. Unsere detaillierte Analyse der Kaufverträge zeigt, wie die Verkäufer ihre starke Verhandlungsposition dazu nutzten, vorteilhafte Vertragsbedingungen durchzusetzen“, erklärt Gregor Famira, Partner im Fachbereich Real Estate bei CMS in Wien.