Immobilien Magazin

Goldene Zeiten

+++ Korrekturhinweis: Bei der hohen Anzahl der Fragebögen ist leider einer bei der Auswertung verloren gegangen. Dieser Fragebogen ist jetzt wieder aufgetaucht, worauf er in das Ranking aufgenommen wurde. Somit landet die Immo-Contract bei den stärksten Maklern Österreichs von Platz 9 auf Platz 4 und bei den stärksten Maklern Niederösterreichs auf Platz 2. Wir bitten höflich um Entschuldigung.+++

Autor: Charles Steiner

Was die Umsätze betrifft, können die heimischen Immobilienmakler nicht klagen. Im Gegenteil: Im Gegensatz zum Vorjahr ist einiges an Wachstum erkennbar.

Nicht erst jetzt, aber vor allem jetzt, wo der Leitzins der Europäischen Zentralbank auf einem historischen Tief ist, flüchten die Menschen in Immobilien, heißt es sehr oft in der Branche. Auch die Tatsache, dass immer mehr Menschen in Ballungszentren ziehen, kurble das Geschäft an, wird gern betont. Das diesjährige Maklerranking mit Unterstützung des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer beweist: Das sind nicht nur hohle Phrasen. Die beiden Umstände wirken sich direkt auf das Maklergeschäft aus. Wenn man nämlich die Umsätze aus dem Vorjahr mit jenen aus dem Jahr 2014 vergleicht, sticht eines ins Auge: Die Umsätze steigen - bei manchen Marktteilnehmern sogar kräftig. Kurz gesagt: die viel beschworenen goldenen Zeiten in der Immobilienwirtschaft gibt es wirklich. Nur wenige haben Rückgänge bzw. eine Seitwärtsbewegung zu verzeichnen. Bei den Branchenleadern hat sich gegenüber 2014 zum Teil sogar ein starkes Plus ergeben. So sind die Umsätze etwa bei EHL Immobilien um gut zwei Millionen Euro gewachsen. Mehr als eine Million Euro plus auch bei Arnold Immobilien oder bei Otto Immobilien. Den deutlichsten Zuwachs hatte Raiffeisen Immobilien, die seit Ende Februar als gemeinsame Dachmarke aller Immobiliengesellschaften der Raiffeisengruppe auftritt. Gut drei Millionen Euro plus haben sich bei den Umsätzen eingestellt. Demgegenüber ist das Volumen von sReal im Vergleich zum Jahr 2014 ganz leicht gefallen, im Großen und Ganzen aber gleich geblieben. Das liegt mitunter auch daran, dass die s Real massiv in den Bundesländern vertreten ist, wobei das eine Bundesland vielleicht stärker ist als das andere. Das gleiche gilt für das Maklernetzwerk Immobilienring IR - auch hier ist eine Seitwärtsbewegung zu beobachten mit einem leichten Trend nach unten, was die Umsätze betrifft.

Methodisch wurde bei der Auswertung des Maklerrankings so vorgegangen: Die Gesamthonorarvolumina wurden mathematisch anhand der Einzelumsätze pro Assetklasse erfasst. Das deswegen, um allenfalls entweder durch die Brutto-Netto-Rechnung auftretende Abweichungen zu vermeiden oder nicht abgefragte Positionen, wie etwa Garagenplätze o.ä. abzufedern. Damit soll auch die adäquate Vergleichbarkeit hergestellt werden. Für die Rangplätze im Ranking hat das keinerlei Auswirkungen gehabt, wie ein Testdurchlauf bei der Auswertung ergeben hat. Beim diesjährigen Maklerranking hat sich auch einiges verändert. Einerseits sind zahlreiche Makler und Unternehmen neu dazugekommen, andererseits wurde - basierend auf das Onlineplattform-Ranking in der vorangegangenen Ausgabe des Immobilien Magazins - erstmals das Nutzungsverhalten der Makler bei den Immobilienplattformen erfragt. Daraus lassen sich auch ganz gut die einzelnen Marktanteile ablesen. Willhaben.at und Immobilienscout24.at wurde von den Maklern und Unternehmen am öftesten angewählt. Sehr gute Werte erzielten auch die Plattformen DerStandard.at und FindMyHome.at sowie immodirekt.at.

Plattformen: Bekanntheit zählt

Nimmt man das Onlineplattform-Ranking von der April-Ausgabe zur Hand, bemerkt man schnell: Maklerunternehmen orientieren sich bei der Plattform-Wahl stark an der Marktbekanntheit bei den Kunden. Aber nicht nur: Eine weitere Tendenz, die klar zu beobachten war, ist, dass die meisten Maklerunternehmen eine Streuungsstrategie fahren. Sehr selten wurde nur eine Plattform angewählt, in der Regel wird das Angebot auf mehreren Immo-Suchmaschinen aufgeteilt. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte sein, mit den Objekten, die zum Angebot stehen, einen größtmöglichen Impact beim Endverbraucher zu erzielen. Auch abzulesen ist, wie hart der Kampf der einzelnen Plattformen um die Nutzer geworden ist. Kommen wir nun zu den beim Maklerranking neu eingestiegenen Teilnehmern. Auf Anhieb den sechsten Platz erreichte etwa Burgstaller - Steiner Immobilien aus Wien. Ebenfalls neu ist die counsulting company aus Österreich, die auch in Wien vermittelt. Die ivv Immobilien Verkauf- und Vermietungs GmbH hat sich ebenfalls zu den Teilnehmern dazu gesellt. Weiterer Newcomer ist IMMOfair, die zur 3SI Immogroup gehört und sich vorwiegend auf die Vermittlung von Wohnimmobilien konzentriert. Wenngleich die meisten Teilnehmer aus Wien stammen (dort findet auch der Großteil des Marktes statt), haben sich auch nicht wenige Makler aus den Bundesländern entschlossen. So sind auch Engel & Völkers Kitzbühel für Tirol, die Immo-Agentur Maier aus Vorarlberg (im Vorjahr waren fast gar keine Daten aus dem Ländle eingetroffen), IGEL Immobilien aus Kärnten sowie Viste Immobilien Sigrun Kogler aus Salzburg. Ein neuer Player in Wien sind übrigens die Wiener Privatbank Immobilienmakler, die im Vorjahr gegründet wurde. Bei deren Ergebnis ist allerdings zu beachten, dass das operative Geschäft erst seit März 2015 läuft. Somit konnten auch nur die Zahlen ab diesem Zeitpunkt erfasst werden. Betrachtet man die abgefragten Assetklassen, dann sind Wohnimmobilien sowohl von Quadratmetern her als auch von den Honorarvolumina klar auf Platz eins, dicht gefolgt von den Investmentmaklern, den Grundstücksmaklern (die mehr oder weniger ex aequo mit den Zinshausmaklern liegen) und den Büromaklern. Retailobjekte machen bei den teilnehmenden Maklern eher einen kleinen Teil aus. Im Gewerbesektor (Industrie/Logistik) ist man da schon eher aktiv - zu erkennen ist hier ein starker Wien-Bezug, wobei auch in den Bundesländern vermehrt Gewerbeobjekte vermittelt werden.

Wie wird das Gesamtjahr?

Die Stimmung für das laufende Jahr schätzen die meisten Teilnehmer positiv ein. Die Mehrheit gab an, dass ihre Umsätze in diesem Jahr auf jeden Fall steigen werden. Nur wenige prognostizieren ein gleichbleibendes Ergebnis, eine rückläufige Entwicklug wurde von niemanden angekreuzt. Das lässt auch die derzeitige Lage am Immobilienmarkt spüren. Der Run auf passende Objekte ist ungebrochen, Eigenkapital ist genug vorhanden und die niedrigen Zinsen auf der Bank veranlassen viele, in Immobilien anzulegen, da diese wesentlich ertragreicher bei den Renditen sind. In Übereinstimmung damit lässt sich bei der Auswertung des Rankings erkennen: Die Vermittlung von Eigentumswohnungen war im Vorjahr deutlich höher als jene von Mietwohnungen. Wenn es um die produktivsten Makler geht, hat Cyra Immobilien vor EHL die Nase vorn, auf Platz drei landet Neuzugang Burgstaller - Steiner. Wobei bei dieser Kategorie dezidiert zu sagen ist: je engmaschiger ein Netzwerk und je höher das Angebot an vermittelbaren Objekten, desto mehr Mitarbeiter sind nötig, um diese Strukturen auch zu erhalten.

Das Maklerranking können Sie hier als PDF downloaden.