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Heimischer Investmentmarkt boomt

Renditen weiter auf Talfahrt

Autor: Gerhard Rodler

Der österreichische Immobilieninvestmentmarkt ist laut EHL mit einem Transaktionsvolumen von 480 Mio. Euro im ersten Quartal sehr gut in das Jahr 2014 gestartet. Im Vergleich zum sehr schwachen ersten Quartal des Vorjahres, in dem gerade einmal 200 Mio. Euro umgesetzt wurden, konnte das Marktvolumen mehr als verdoppelt werden. Verantwortlich für diesen hohen Wert war insbesondere eine Großtransaktion aus dem Einzelhandelsbereich, nämlich der Verkauf des Einkaufszentrums G3 in Gerasdorf an die deutsche ECE jenseits der 200 Mio. Euro. Damit ist die Transaktion die größte auf dem österreichischen Markt seit dem Verkauf der SCS im Jahre 2008. Die Marktstimmung ist jedenfalls positiv, für das Gesamtjahr wird ein Anstieg des Transaktionsvolumens auf 1,85 Mrd. Euro erwartet. Die Spitzenrenditen bewegen sich weiter nach unten. Der Markt ist geprägt von der ungebrochen hohen Nachfrage nach Objekten des Spitzensegments, der viel zu wenig Angebot gegenübersteht. Aufgrund des geringen Angebots im Spitzensegment steigt auch die Nachfrage nach dem nach gelagerten Qualitätssegment. Zudem wird dieses Segment für Investoren aufgrund der sich verbessernden Konjunkturaussichten und dem Aufschwung am Mietmarkt wieder attraktiver. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Spitzenrenditen für Top­-Büroobjekte von 5,25 auf 5 Prozent gesunken. Die Spitzenrenditen für Top-­Einzelhandelsobjekte liegen bei 5,75 Prozent und bleiben weiter unter Druck. Für Vorsorgewohnungen bleiben die Renditen unverändert bei 3,5 Prozent. Und, CEE kommt laut EHL langsam zurück: Für Budapest und Bukarest besteht wieder vorsichtiges Interesse, jedoch sind die Märkte noch nicht so dynamisch. In Westeuropa werden beispielsweise in den Metropolen Madrid oder Barcelona wieder Core Immobilien gehandelt. Ebenso sind Italien und Portugal selektiv für Investoren interessant. Auf Käuferseite drängen Investoren aus Mittel­- und Fernost nach Europa und interessieren sich für großvolumige Trophy Assets.

Für das zweite Quartal erwartet EHL ein Transaktionsvolumen von 300 bis 500 Mio. Euro, das entspricht ebenfalls höheren Werten zu den Vergleichsquartalen der Vorjahre. Deutsche und österreichische Fonds werden weiterhin den Markt dominieren. Es ist auch mit zunehmendem Interesse seitens Investoren aus Russland und Fernost sowie weiterhin von österreichischen Privatinvestoren und Privatstiftungen zu rechnen.

Auffällig ist, dass Einzelhandelsimmobilien im ersten Quartal den Löwenanteil der Transaktionen aus­ machten. Bei den Einzelhandelsimmobilien ragten der Verkauf des G3 und der SCN an deutsche beziehungsweise britische Investoren heraus, im Bürobereich der Verkauf der Bank Austria Zentrale in der Wiener Innenstadt an eine Privatstiftung.