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Immofinanz mit höheren Mieterträgen

Konzernverlust von 98,3 Millionen Euro durch Abwertungen

Autor: Stefan Posch

Die Immofinanz konnte in den ersten drei Quartalen 2020 Zuwächse bei den Mieterlösen sowie den Ergebnissen aus Asset Management und Immobilienverkäufen verbuchen. Der FFO 1 (vor Steuern) liegt aber mit 89,2 Millionen Euro geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres. Bereinigt um die Glättung einer im Q1 2020 erfolgten Anleihen-Kuponzahlung über 12 Monate hat sich der FFO 1 aber sogar um 10,1 Prozent auf 92,4 Millionen Euro verbessert. Insgesamt stiegen die Mieterlöse in den ersten drei Quartalen 2020 als Folge des Portfoliowachstums durch Zukäufe und Fertigstellungen um 5,7 Prozent auf 215,1 Millionen Euro. Ein krisenbedingter Anstieg der Forderungsabschreibungen führte allerdings zu deutlich höheren Immobilienaufwendungen. Das Ergebnis aus Asset Management konnte dennoch um 3,3 Prozent auf 158,9 Millionen Euro verbessert werden. Die Pandemie wirkte sich negativ auf die Bewertung des Immobilienvermögens aus. Insgesamt belaufen sich die Neubewertungen auf -153,7 Millionen Euro, nachdem diese im Vergleichszeitraum des Vorjahres deutlich positiv waren (Q1-3 2019: 116,8 Millionen Euro). Diese Abwertung entspricht rund 3,0 Prozent des gesamten Immobilienportfolios. Das Konzernergebnis beläuft sich somit auf -98,3 Millionen Euro (Q1-3 2019: 202,6 Millionen Euro). „Die Covid-19-Pandemie stellt auch die Immofinanz vor Herausforderungen. Wir haben in den zurückliegenden Monaten aber sowohl operativ als auch auf der Kapitalseite zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um negative Auswirkungen zu minimieren und unser Unternehmen noch schlagkräftiger aufzustellen. Wir sind ein starker und verlässlicher Partner für unsere Mieter und können auch in unsicheren Zeiten erfolgreich Transaktionen abschließen, wie sich etwa am sehr profitablen Verkauf einer deutschen Büroimmobilie zeigt. Mit einer soliden Bilanz und liquiden Mitteln von mehr als 1 Euro Milliarde sind wir für weiteres Wachstum und Chancen, die sich aus der Krise ergeben, bestens gerüstet“, kommentiert Ronny Pecik, CEO der Immofinanz, die Entwicklung. Unmittelbar mit Beginn der Krise wurden laut dem Konzern zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um negative Auswirkungen auf das Unternehmen so gering wie möglich zu halten und die Konzernliquidität zu stärken. Mit den Retail-Mietern seien individuelle Lösungen erarbeitet, um diesen die Bewältigung der Krise zu erleichtern. Mittlerweile habe die Immofinanz mit allen großen Einzelhändlern Vereinbarungen für die erste Lockdown- und Reopening-Periode unterzeichnet. Im Bürobereich werden einzelne Mietern besonders betroffener Branchen ebenfalls temporär unterstützt.

Nicht ausschließen kann die Immofinanz die Notwendigkeit einer Wertminderung der gehaltenen Beteiligung an der S Immo zum Ende des 4. Quartals 2020.