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Onlinehandel bedroht Innenstadt-Lagen

Retail-Konzepte immer dringender

Autor: Charles Steiner

Das Weihnachtsgeschäft für heuer läuft bereits an. Für EHL Gewerbeimmobilien und den Consulter Regioplan Anlass darauf hinzuweisen, dass der Einzelhandel in Anbetracht der immer höheren Geschäftsanteile im Onlinebereich nicht nur im Wandel ist, sondern vor einem radikalen Umbruch steht. Dieser Umbruch wird irreversibel sein und das Gesicht des Einzelhandels nachhaltig ändern, sagt Wolfgang Richter, Gründer und Geschäftsführer von Regioplan heute morgen vor Journalisten. Seit fünf Jahren nämlich gehen die Verkaufsflächen sukzessive zurück. Einzig nicht betroffene Branche: Der Lebensmittelhandel. Bedrohte zuvor die grüne Wiese den Handel in der Innenstadt, ist es jetzt das Internet. Bei Shoppingcenter und Fachmarktzentren sieht es auch nicht besser aus - denn die müssen vor allem wegen Mietern, die stark vom Onlinehandel attackiert werden, kämpfen. Für Mario Schwaiger, Leiter Retail bei EHL Gewerbeimmobilien für Investoren und Eigentümer solcher Immobilien zwar unerfreulich - aber es gebe Gegenstrategien.

„Derzeit erleben wir viele Markteintritte von ausländischen Retailern, die neue Konzepte bringen und so den Einzelhandel wieder beleben“, so Schwaiger. Diese Marken sind bestrebt, zu expandieren. Sein Resümee: Konzepte müssen die Kunden dazu bringen, in die Ladenflächen gehen zu wollen. Als neue Trends etwa identifizierte Schwaiger E-Sports, Virtual Reality und Indoor-Parks - diesbezüglich habe es in Wien bereits Eröffnungen gegeben.

Allerdings: Nur einzelne Shopkonzepte seien angesichts der Leerstände in der Innenstadt - teilweise bis zu 25 Prozent - zu wenig: Für Wolfgang Richter würden sich Stadtplaner wie Politik zu wenig mit den aktuellen und zukünftigen Einzelhandelstrends auseinandersetzen: „Wenn die Wege zum stationären Einzelhandel weniger werden, müssen eben neue Attraktionen her, um die Besucher dorthin zu locken. Geschäfte werden ihre Funktionen ändern müssen, Ware herzeigen ist zu wenig. Gleiches gilt für Handelszonen und Innenstädte. Es braucht Wille, Macht und vor allem Wissen, etwas zu verändern, um mit dem Trend mithalten zu können.“