Immobilien Magazin

Investitionsprämie & degressive Abschreibung

In Folge der COVID-19-Krise wurden Impulse für Investitionen durch die Einführung einer beschleunigten Abschreibung und der Investitionsprämie gesetzt.

Autor: Christoph Puchner und David Gloser, ECOVIS Austria

Förderungsfähig sind alle Unternehmen mit einem Sitz und/oder einer Betriebsstätte in Österreich (unabhängig von Gründungsdatum, Größe und Branche) mit betrieblichen Einkünften. Die Investitionsprämie kann unabhängig von der Rechtsform (z.B. Einzelunternehmen, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft) und der steuerlichen Gewinnermittlung (z.B. Bilanzierung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung) in Anspruch genommen werden.

Sind auch Investitionen in Immobilien förderbar?

Gefördert werden materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen mit einem 7%-igen Zuschuss (Investitionen iZm Digitalisierung, Ökologisierung, Gesundheit und Life Science mit 14%). Ausgeschlossen sind lt. Förderrichtlinie in Bezug auf Immobilien:

• Erwerb von Gebäuden, Gebäudeanteilen (z.B. Geschäftslokalen). Ausgenommen ist der Direkterwerb (Anschaffung oder Herstellung) von Gebäuden von Befugten iSd § 117 Abs 4 GewO (z.B. Bauträger).

•Erwerb von Grundstücken

• Bau und Ausbau von Wohngebäuden, wenn diese zum Verkauf oder zur Vermietung an Private gedacht sind.

Mangels Abnutzbarkeit ist Grund und Boden generell nicht förderfähig.

Mangels Abnutzbarkeit ist Grund und Boden generell nicht förderfähig. Abgesehen davon sind "zum Verkauf bestimmte" erworbene bzw. hergestellte Wohn- oder Betriebsimmobilien nicht förderfähig, da in diesem Fall kein abnutzbares Anlagevermögen vorliegt.

Generell ist die Herstellung (Bau und Ausbau) von Betriebsgebäuden begünstigt. Aufgrund der Rückausnahme ist auch der Direkterwerb von Betriebsgebäuden z.B. von Bauträgern begünstigt. Falls ein Gebäude teilweise betrieblich und teilweise privat genutzt wird, wird nur der auf den betrieblichen Anteil entfallende Teil gefördert. Abgesehen davon sind auch aktivierungspflichtige Investitionsmaßnahmen (z.B. Wärmepumpen, Solaranlagen, Klimatisierung) in Betriebsgebäuden begünstigt.

Bei Wohngebäuden ist lt. aws-Auskunft generell keine Förderung möglich, sodass weder der Erwerb noch die Herstellung förderfähig ist. Aus diesem Grund sind daher z.B. erworbene (Ferien-)Wohnungen zur Vermietung an Privatpersonen nicht förderfähig.

Ausgenommen davon sind lt. aws jedoch Hotelanlagen. In den FAQ's wurde nun auch klargestellt, dass sämtliche Sanierungen sowie unter Anlage 1 der Richtlinie (Ökologisierung) fallende Investitionen an Wohngebäuden nicht begünstigt sind.

Wann muss die Investition erfolgen?

Erste Maßnahmen (z.B. Bestellung, Kaufvertrag, Lieferung, Beginn von Leistung, Anzahlung, Zahlungen, Rechnung oder Baubeginn) müssen zwischen 1.8.2020 und 28.2.2021 gesetzt werden. Die Inbetriebnahme und Bezahlung der Investitionen hat bis 28.2.2022 zu erfolgen (bei Großinvestitionen von mehr als EUR 20 Mio. exkl .USt gilt der 28.2.2024).

Steuerliche Behandlung

Die Investitionsprämie kann steuerfrei und ohne Aufwandskürzung (Abschreibung) bzw Kürzung der Anschaffungskosten in Anspruch genommen werden. Weiters wurde eine beschleunigte Abschreibung für Gebäude im betrieblichen und außerbetrieblichen Bereich eingeführt, sofern die Anschaffung bzw. Herstellung nach dem 30.6.2020 erfolgt. In diesem Zusammenhang kann auf den Beitrag in der letzten Ausgabe verwiesen werden.