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Kampf um conwert

Rebell Proschofsky streitet um Aufsichtsrat

Autor: Gerhard Rodler

Nach der turbulenten conwert-Hauptversammlung zieht der „Börsenrebell“ Alexander Proschofsky vor Gericht. Proschofsky wollte sich gemeinsam mit dem Immobilienexperten Peter Hohlbein in den conwert-Verwaltungsrat wählen lassen, um den Einfluss von Kernaktionär Hans Peter Haselsteiner zu begrenzen. Proschofsky scheiterte knapp. Kurzfristig waren mehrere Millionen Stimmen ausgeschlossen worden.

Nun hat Proschofsky, der über seine Firma Cube Invest am Immobilienkonzern conwert beteiligt ist, beim Handelsgericht Wien (HG) eine Anfechtungs- und Feststellungsklage gegen die Beschlüsse zum Tagesordnungspunkt „Wahlen in den Verwaltungsrat“ der conwert-HV vom 7. Mai eingebracht. Eine „korrekte Zählung der Stimmen“ hätte „eindeutig“ die Wahl von des Deutschen Hohlbein und Proschofsky anstelle von Schoeller und Postl ergeben. Hohlbein und Proschofsky hätten die „überwältigende“ Mehrheit der „freien, nicht dem Hauptaktionär nahestehenden Stimmen“ erhalten.

Die vom Management aufgestellten Kandidaten Schoeller und Postl bekamen damals eine dünne Mehrheit. Kurz vor der HV waren mehrere Millionen Stimmen, die von der deutschen Investorenfamilie Ehlerding gehalten werden, ausgeschlossen worden. Dies sorgte für einen Eklat, zumal Karl Ehlerding, früher Eigentümer der conwert-Tochter KWG, extra nach Wien gereist war. Das conwert-Management begründete die Blockade damit, dass Ehlerding und seine zwei Söhne gemeinsam vorgingen und daher hätten melden müssen, dass sie zusammen mehr als 4 Prozent der conwert-Aktien halten, nämlich nach eigenen Angaben 6,5 Prozent.

Bei der HV hätte Ehlerding zehn Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals repräsentiert. Ehlerding hatte seine Stimmen Proschofsky zugesichert.

Sollte der „Börsenrebell“ mit seiner Klage erfolgreich sein, würde das die rückwirkende Bestellung von ihm und Hohlbein zur Folge haben, die HV müsste nicht wiederholt werden.