immoflash

Logistikimmobilien boomen

... aber Österreich hat den Anschluss verpasst

Autor: Charles Steiner

In Österreich sind Logistikimmobilien eher ein Nischenthema, in Europa dafür hoch im Kurs. Das war die Kernaussage einer Diskussionsveranstaltung bei Schönherr Rechtsanwälte. Laut Walter Hampel, zuständig für den Vertrieb von Finanzierungen im CEE-Raum der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) seien im Vorjahr europaweit 21,5 Milliarden Euro in Logistikimmobilien investiert worden, 21,7 im Jahr 2014. Damit ist das Volumen im Fünfjahresschnitt mit rund 13 Milliarden Euro deutlich überschritten worden. 60 Prozent des Volumens entfielen auf Frankreich, Deutschland und Großbritannien, der Rest auf CEE und SEE. Österreich hat den Logistikzug jedoch verpasst, so die Meinung der Diskutanten in einer anschließenden Paneldiskussion. Das werde sich auch nicht ändern, sagt Rainer Koehne, CEO, Rheinische Grundbesitz AG. Zwar werde es, so Walter Hampel, innerstädtische Logistikflächen für E-Commerce sicher weiter in Österreich geben, ein internationaler Logistikhub wird das Land nicht mehr. Entsprechende bebaubare Flächen seien zu teuer und die Lohnkosten zu hoch.

Generell befeuert der Onlinehandel den Logistikmarkt - ein Trend, der Retailern das Leben schwer macht. Das lässt sich auch an den Renditen ablesen, die laut Walter Hampel derzeit stabiler als im Einzelhandel seien. Hannes Lindner, Geschäftsführender Gesellschafter bei Standort + Markt spricht davon, dass neue Vertriebskanäle für die Retailer eine enorme Herausforderung seien. Noch vor zehn Jahren seien Flächen aufgebaut worden, jetzt müsse man alles im Internet anbieten. Man müsse versuchen, die Emotionalisierung so zu steigern, dass der Kunde wieder zum Point of Sale kommt. Michael Lagler, Partner bei Schönherr Rechtsanwälten fügt hinzu, dass sich die Lagerflächen immer mehr in Richtung Kunden verlagern, vor allem wegen des Trends zu One-Day-Delivering und Next-Day-Delivering. Der Einzelhandel würde sich vom Multichannel zum integrativen Retailing wandeln. Heißt: Kleinere Verkaufsflächen, die als Showroom dienen und stadtnahe Lagerflächen, wo die Ware gelagert wird und innerhalb kürzester Zeit für den Kunden erhältlich ist. Rainer Koehne dazu: "Die Kaufhäuser des E-Commerce sind Lagerhallen."