Immobilien Magazin

Marken, Defragmentierung und Digitalisierung

Identifizierung mit dem Arbeitsplatz, einheitliche Prozesse aber langsamerer Digitalisierung: Diese Trends hat CBRE zur Expo Real erhoben.

Autor: Charles Steiner

Der Optimismus in der Immobilienbranche ist anlässlich des derzeitigen Spätzyklus zwar immer noch hoch - genauso wie der Investmentdruck an sich - doch es gibt einen Wandel. Der findet allerdings mehr in Prozessen statt, wie CBRE anlässlich der Expo Real identifiziert hat. Die Planung und der Betrieb von Immobilien wie auch die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren wird sich maßgeblich ändern, ist die Kernaussage. Denn: Am Markt an sich hat sich an der Anzahl der potenziellen Käufer nichts geändert, jedoch steigen einerseits die Kaufpreise (was naturgemäß wiederum die Renditen unter Druck bringt) und die Kaufinteressenten stehen Schlange. Weswegen sich, so CBRE, auch ein Verkauf zu attraktiven Konditionen wieder lohnen könnte.

Der derzeitig sehr häufige Usus, wonach ein Spezialist die Planung der Haustechnik, ein anderer die Umweltprüfung und wieder ein anderer das Property Management übernimmt und die Prozesse im Vorfeld nicht kennt - was etwa im Fall des Flughafen Berlin auch zu einem planerischen Desaster werden kann, wird sich aufhören. Es werde vielmehr zu einer Defragentierung der Dienstleistungen kommen. Heißt: Der Trend entwickelt sich dahingehend, dass die verschiedenen Akteure schon zu Beginn der Planungsphase zusammenarbeiten. Die Folge daraus: Digitale Schnittstellen müssen entsprechend adaptiert werden, damit jeder einzelne im Lebenszyklus einer Immobilie dokumentieren und auch profitieren kann.

Das bedingt zwar auch der Digitalisierung, für die die Branche an sich auch offen ist. Nur soll sie halt eben nicht allzu schnell vonstatten gehen. Man arbeite zwar bereits intensiv an Phänomene wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz, allerdings benötige man Zeit, das entsprechend professionell umzusetzen. Aber: Immer mehr Unternehmen geben immer mehr Geld aus, um mit der Digitalisierung Schritt zu halten - sei es, um interne Prozesse zu optimieren.

Auch der Arbeitsplatz an sich ist im Wandel, Marken zur Identifikation sind im Vormarsch, ist sich CBRE sicher. Ausgehend von Co-Working-Spaces richten Unternehmen in ihren Büros zunehmend attraktive Amenities wie etwa Lounge, Fitness- und Spielbereich ein, um den War for Talents für sich zu entscheiden.

Und: Es ergibt sich eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen Kommunen und privaten Immobilienunternehmen, einerseits, um die Bevölkerung miteinzubeziehen, andererseits auch aufgrund der betriebswirtschaftlichen Beratung, die dadurch generiert werden kann. Bestes Beispiel: Städtebauliche Modelle.