Immobilien Magazin

Positive Anzeichen trotz ökonomischer Tretminen

Der Brexit, die Schuldenkrise in Italien oder drohende Handelskriege. Aktuell gibt es einige Gefahren für die europäische und globale Wirtschaft. Doch Experten zeigen sich angesichts der Fundamentaldaten optimistisch.

Autor: Stefan Posch

Einige Sorgen dieses Sommers sind allmählich weniger akut geworden - und das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich auf einem positiven, aber verhaltenen Expansionskurs einpendeln“, sieht etwa Adrien Pichoud, Chief Economist und Portfoliomanager bei SYZ, eine Stabilisierung der Weltwirtschaft. Zwar habe sich die Konjunkturdynamik in den USA abgeschwächt, jedoch sei diese keineswegs eine totale Verlangsamung des Wachstums, denn die fiskalischen Impulse und die niedrige Arbeitslosigkeit würden die Binnennachfrage unterstützen. „Solange die Inflation im Rahmen bleibt und die Geldpolitik nicht allzu restriktiv ist, wird es nicht zu einer richtiggehenden Rezession kommen“, ergänzt Fabrizio Quirighetti, CIO und Co-Head of Multi-Asset bei SYZ.

Auch in Europa sind laut den Experten angesichts der aktuellen Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Niveaus der Kerninflation Sorgen unnötig. In der Eurozone würden die industriellen Sektoren zwar nach wie vor durch zyklische Gegenwinde belastet werden, zu denen unter anderem die globalen Handelsspannungen und das schwache Wachstum in China zählen. Die robuste Binnennachfrage ermögliche jedoch eine Stabilisierung im Dienstleistungssektor, allerdings mit Ausnahme von Italien, wo die Konjunkturdynamik nach wie vor durch die politische Unsicherheit gehemmt wird. Vor diesem Hintergrund bestätigte die EZB ihre Absicht, die quantitative Lockerung im 4. Quartal auslaufen zu lassen. Sie räumte aber auch ein, dass die Abwärtsrisiken für den Ausblick „in der letzten Zeit an Gewicht gewonnen“ hätten. In Großbritannien ist ebenfalls Unsicherheit angesagt, da die Brexit-Verhandlungen offenbar ins Stocken geraten sind, obwohl der Stichtag für die Einigung schnell näher rückt.