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Retail bleibt aktiv

Handelsimmobilien trotzen Online-Trend

Autor: Gerhard Rodler

Totgesagte leben länger: Handelsimmobilien sind nach wie vor eine aktiv bewirtschaftete Assetklasse. Dem Trend zum Onlinehandel zum Trotz – oder vielleicht sogar gerade deshalb. Das gilt für Österreich gleichermaßen wie für Deutschland.

Für den deutschen Markt liegt jetzt ein aktueller Bericht über die Markttrends des Jahres 2014 vor, die auch für den österreichischen Markt einen brauchbaren Rückschluss zulassen.

Die deutschlandweiten Retailmärkte zeigten sich jedenfalls auch 2014 von ihrer besten Seite. Gerade im europäischen Vergleich lockte Deutschland mit einer gesunden Wirtschaft, steigenden Einzelhandelsumsätzen, zunehmenden Beschäftigungszahlen und einem vergleichsweise hohen Lohnniveau. Das ergibt der Retailmarkt-Report 2015, den BNP Paribas Real Estate herausgegeben hat. Neben bereits auf den deutschen Märkten präsenten Konzepten sind es vor allem neue Retailer aus dem Ausland, die auf den Markt drängen und die Einzelhandelslandschaft bereichern. Zu diesen gehört auch das stark expandierende Konzept Reserved der polnischen Modegruppe LLP, das 2014 für seinen Markteintritt genutzt und umfangreiche Verträge abgeschlossen hat. Neben einer Reihe von Flächen in Shopping Centern sicherten sie sich unter anderem eine Top-Lage auf der Tauentzienstraße für einen Flagship-Store und die derzeit noch von der Buchhandlung Hugendubel genutzte Fläche in der Stuttgarter Königstraße. Ebenfalls auf Expansionskurs befindet sich das britische Schuhlabel Office Shoes, das Ladenlokale unter anderem in der Kölner Hohe Straße und in der Hamburger Spitalerstraße anmietete. Darüber hinaus will auch das schwedische Sporthaus Stadium im deutschen Markt Fuß fassen. Nach dem erfolgreichen Auftakt des ersten Stores in der Hamburger Mönckebergstraße ist die skandinavische Sporthandelskette weiter auf der Suche nach geeigneten Flächen. Während gerade im Konsumbereich stark expandiert wird, zeigt sich das Luxussegment derzeit eher zurückhaltend. Anscheinend trüben die russische Wirtschaftskrise und der Rubelverfall die Kauflaune russischer Touristen, die einen nicht unbedeutenden Teil des Kundenstamms im Luxussegment darstellen. Dementsprechend hat auch ein Teil der Einzelhändler in diesem Segment vorübergehend eine eher abwartende Haltung eingenommen, oder die Zeit genutzt, sich neu zu positionieren und Lageveränderungen zu vollziehen.