Immobilien Magazin

Investments in Regionen statt in Ländern

Europaweit boomen weiterhin Immobilieninvestitionen in den Städten. Investoren erfassen die Investitionsmöglichkeit zudem immer weniger nach Ländern, sondern vermehrt nach Regionen und Städten. Wien schöpft sein Potenzial als Investmentstandort noch lange nicht voll aus.

Autor: Stefan Posch

Es geht heute in Europa nicht mehr um Länder, sondern um Regionen oder Städte“, erklärt Gerhard Lehner, Geschäftsführer und Head of Fund Management bei Savills IM, im Rahmen der Expo Real zum immo7. Die Regionen müsse man auch länderübergreifend sehen, so Lehner, der als Beispiel die dänische Hauptstadt Kopenhagen und Malmö in Schweden nennt. Die beiden Städte werden durch die Öresundbrücke zu einer Region verbunden.

Lehner sieht in allen Investmentklassen Möglichkeiten gute Investments zu machen. „Beim Büromarkt sind die Yields zwar gerade unten, aber es gibt viel Potenzial für ein Mietwachstum“, erklärt er. Es wäre auch falsch zu sagen, dass Retail „Quatsch geworden ist“. Outletcenter oder Fachmarktzentren würden etwa interessant sein. „Bei Highstreets muss man aber tatsächlich aufpassen“, so Lehner. Savills IM habe aber auch in Highstreetflächen in Toplagen investiert, wo die Mieten sogar gesteigert werden konnten. Laut Lehner kommt es dabei vor allem auf die Lage und dem Zuschnitt der Flächen an.

Österreich sieht Lehner als stabilen Markt an. Für amerikanischen oder britische Investoren bietet der Markt aber zu wenig Dynamik. Ein Nachteil sind auch die im Vergleich zu Deutschland höhere Steuerbelastung. „Eigentlich braucht man in Österreich eine höhere Renditen, um auf das selbe Ergebnis zu kommen“, erklärt Lehner. Im Bürobereich stören die im Vergleich zu anderen Städten geringen Mieten. In München etwa sei es vor Jahren im Bürobereich zu einer Verknappung gekommen, sodass der Mietpreis sich stark erhöht hatte. „In Wien hat es die Situation, dass Unternehmen keine Flächen finden können, noch nie gegeben. Aber vielleicht kommt das noch“, erklärt Lehner.

„Grundsätzlich soll jeder Investor in einer globalisierten Welt nicht nur im heimischen Markt zu investieren“, rät Lehner, der empfiehlt, paneuropäisch zu investieren: „Und dabei nicht in Ländern sondern in Regionen“