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Schon wieder starkes 3. Quartal bei Büros

Geringer Leerstand, stabiler Markt:

Autor: Gerhard Rodler

Nach einem aufgrund der Gesundheitskrise erwartbar sehr schwachen ersten Halbjahr, zeichnet sich ungeachtet der aktuell steigenden Infektionszahlen bereits wieder eine erste zaghafte Verbesserung ab. Die Vermietungsleistung im 1. Halbjahr 2020 lag mit rd. 60.0000 m² deutlich unter dem Wert von H1 2019 (110.000 m²). Dieser Rückgang ist neben Covid-19 auch dem geringen Neubauvolumen und dem hohen Vorvermietungsgrad geschuldet. Die Corona-Krise bleibt ein entscheidender Faktor, denn im Laufe des Sommers haben viele - hauptsächlich internationale Kunden - ihren Flächenbedarf genauer überprüft und Umzugspläne gestoppt oder pausiert, so eine aktuelle Analyse von Danube Property Consulting (DPC).

Ab Q2 ist wieder ein leichter Anstieg an Nachfragen wahrnehmbar. Das 3. Quartal 2020 zeigt eine deutliche Steigerung der Vermietungsleistung, wobei das jedoch leider nicht einen Trend widerspiegelt, sondern lediglich auf zwei Großvermietungen im Quartier Lassalle zurückzuführen ist. Der Leerstand ist trotz Konjunktureinbruch weiterhin sehr niedrig und liegt bei etwa 4,5 Prozent. Wie die weitere Entwicklung aussieht, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer vorauszusagen. Das Mietniveau bleibt trotz turbulenten Zeiten weiterhin stabil, Vermieter versuchen den Investitionswert gleichfalls stabil zu halten und sind daher bei den Incentives großzügig.

2021 werden Unternehmen ihre Flächen optimieren, der Trend geht mittel- bis langfristig wieder zu Klein- oder Gruppenbüros, Gemeinschaftsflächen werden mehr an Bedeutung gewinnen. Aufgrund von Covid-19 kann das Jahr 2020 kaum mit dem Rekordjahr 2019 (rd. 6 Milliarden Euro Gesamtinvestitionsvolumen) verglichen werden; erwartet wird für 2020 ein Investitionsvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro.

Büros sind und bleiben die wichtigste Anlageklasse für Investoren, im Fokus bleiben langfristig vermietete Objekte. Hier sind keine Preissenkungen oder ein Anstieg der Spitzenrenditen zu erwarten, diese bleiben bei 3,5 Prozent. Die Assetklassen Wohnen und Logistik sind die „Gewinner“ der Krise, das Interesse an Wohnimmobilien steigt seit dem letzten Jahr stetig an. Hier sanken die Renditen seit Jahresbeginn um ca. 20-25 Basispunkte. Auch Logistikimmobilien verzeichnen eine starke Nachfrage, das geringe Angebot erhöht den Preisdruck, die Rendite ist in den letzten Monaten um ca. 20 Basispunkte gefallen. Die Prime-Yield-Logistik liegt derzeit bei ca. 4,70 Prozent.