Immobilien Magazin

Soziales Gewissen als Berufung und Beruf

Ulla Konrad hat ihre Berufung gefunden. Die Klinische Psychologin und Heilpädagogin war zwei Jahre als Personalentwicklerin und in einer betreuten Kinderwohngruppe bei Concordia Rumänien tätig. Seit 2012 ist sie geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes.

Autor: Gerhard Rodler

Immobilien Magazin: Wofür ist der Reinerlös des bevorstehenden Benefizkonzertes am 21. Mai im Wiener Konzerthaus vorgesehen?

Ulla Konrad: Für den Schulbau bzw. die Ausstattung unserer sozialinklusiven Volksschule in Rumänien. Concordia hat hier ein Schulprojekt sowohl mit dem Österreichischen Bildungsministerium als auch in Zusammenarbeit mit den rumänischen lokalen Behörden.

IM: Was passiert da konkret?

Konrad: Es ist eine sozialinklusive Volksschule - also Kinder aus benachteiligten Familien, die häufig aus verschiedenen Gründen vom Schulbesuch ausgeschlossen werden, weil sie keine passende Kleidung haben, aus katastrophalen hygienischen Zuständen kommen, bildungsferne Eltern haben, etc.

IM: Wie helfen Sie hier?

Konrad: Die Kinder bekommen die Chance, gezielt gefördert zu werden, und es soll eine soziale Durchmischung geben mit Kindern aus der Stadt Ploiesti, wo diese Schule liegt. Die Schule wird eine Ganztagsschule sein, in Rumänien gar nicht üblich - mit einem Musikschwerpunkt, Deutschunterricht, Kunsterziehung, und einem Fokus auf ökologischer Erziehung - auch das ist innovativ in Rumänien.

IM: Was steckt hier dahinter und was im speziellen kann mit den Einspielergebnissen erreicht werden?

Konrad: Konkret können so im ersten Jahr rund 20 Kinder jährlich davon profitieren und den Kreislauf von Nichtbildung - gleichbedeutend mit schlechteren Chancen für ein selbstbestimmtes Leben - durchbrechen. Später sollen es sogar bis zu 100 Kinder werden. Der Schulbau soll ein helles, freundliches Haus sein, mit einer guten, praktikablen Inneneinrichtung. Dafür soll das Geld verwendet werden.

IM: Warum braucht es für dieses - objektiv ja sehr sinnvolle und auch nötige - Projekt Unterstützung von privater Seite? Warum lässt hier die öffentliche Hand aus?

Konrad: Wie gesagt, es geht darum Kinder in Bildung zu bringen, die sonst davon exkludiert wären - die öffentliche Hand in Österreich unterstützt mit LehrerInnenstellen, die öffentliche Hand in Rumänien. Ansuchen sind im Laufen, es wird aber sicher einige Jahre dauern, bis hier eine Mitfinanzierung startet.

IM: Wieviel Geld würden Sie idealerweise benötigen - und auf welche Höhe der Mittel hoffen Sie aus dem Benefizkonzert?

Konrad: Es sind laufende Kosten von rund 150.000 zu erwarten. Für die Inneneinrichtung etc. braucht es etwa 140.000 Euro. Vom EHL Konzert im Wiener Konzerthaus rechnen wir mit ca. 40.000 Euro Reinerlös.

IM: Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit mit EHL?

Konrad: Der Kontakt mit der EHL ist über Michael Ehlmaier direkt entstanden. Er war bei unserer Benefizmatinee zu Gast. Damals hat sich der Kontakt ergeben. Herr Ehlmaier und sein Team sind großartig sozial engagiert, haben alle ein großes Herz und es ist eine Freude, das gemeinsam mit ihm zu tun. Wir sind wirklich sehr dankbar dafür. Sandra Bauernfeind war auch schon zu Besuch bei uns in Rumänien und hat sich ein Bild von der Organisation vor Ort gemacht.