Immobilien Magazin

STADTENTWICKLUNG ENDET NICHT AN DEN GRENZEN DER STADT

Markus Schafferer, Geschäftsführender Gesellschafter der Pema, spricht mit dem Immobilien Magazin über den Immobilienmarkt in Innsbruck und Tirol.

Autor: Redaktion

Immobilien Magazin: Als mittlerweile nicht mehr nur im Tiroler Markt tätiger Projektentwickler - wodurch unterscheidet sich Innsbruck von anderen Märkten?

Markus Schafferer: Die Grundfragen am Immobilienmarkt sind in ganz Österreich die gleichen: Wie kann zusätzlicher Raum, insbesondere auch im urbanen Umfeld, geschaffen werden? Natürlich steht hier im Zuge der innerstädtischen Verdichtung besonders das Thema Wohnen im Fokus der Öffentlichkeit, wobei es aus meiner Sicht darum geht, innovative Konzepte anzubieten, die sich auch an modernen Bedürfnissen orientieren. Das, was meiner Ansicht nach oft zu wenig diskutiert wird - was aber auch unser Anspruch an Projektentwicklungen ist -, ist die Tatsache, dass Wohnraum immer auch mit einer Infrastrukturentwicklung einhergehen muss, sei es für die Grundversorgung oder auch im Bereich der öffentlichen und sozialen Versorgung. Wenn man sich die Gesamtsituation in Tirol ansieht, so sind wir natürlich ebenso - insgesamt auf den Markt im Durchschnitt bezogen - von steigenden Preisen betroffen. Das betrifft vor allem auch die Projekterrichtungskosten, die überproportional im Verhältnis zu den Erträgen gestiegen sind.

IM: Sie haben ja die Stadtentwicklung in Innsbruck mitgeprägt - welche Entwicklungsgebiete gibt es in Innsbruck noch?

Schafferer: In Tirol generell, und damit auch in Innsbruck, haben wir, auch räumlich bedingt, andere Voraussetzungen - schlichtweg dadurch, dass wir Berge haben. Die Stadtentwicklung endet durch diese Situation nicht an den Grenzen der Stadt. Mit dem Planungsverband Innsbruck und Umgebung sind rund 17 Gemeinden in eine kooperative Entwicklung und Planung einbezogen, die Auswirkungen auf die gesamte Region hat. Gleichzeitig braucht es natürlich auch hier vernünftige Nachentwicklungsund Revitalisierungskonzepte - rund um den Innsbrucker Hauptbahnhof konnten wir ja schon einige erfolgreiche Projekte in Kooperation mit der Stadt Innsbruck umsetzen.

IM: Der Tiroler Markt wird fast ausschließlich mit Innsbruck in Verbindung gesetzt - wie sieht es aus Ihrer Sicht mit Entwicklungen in anderen Tiroler Städten und Gemeinden aus?

Schafferer: In den stark touristisch geprägten Gegenden - hier vor allem rund um St. Johann und Kitzbühel - steht natürlich die touristische Entwicklung im Vordergrund, hier gibt es ja große Diskussionen um das Thema Zweitwohnsitze. Das Inntal ist sicher ein spezieller Fall: Hier wachsen die Gemeinden durch ihre Flächenausdehnung im Tal immer stärker zusammen - es entsteht so etwas wie eine Superregion, die auch neue Betriebsansiedelungen fördert. Dadurch bedingt steigt der Bedarf nach Wohnraum auf der anderen Seite, was wiederum Auswirkungen auf die Preise hat.

IM: Ist in Innsbruck Ihrer Meinung nach die Nachfrage nach neuem Wohnraum - zum Beispiel im Vergleich zu Wien - eine ebenso brennende?

Schafferer: Vielleicht liegt eine Besonderheit am Innsbrucker Markt darin - aber das ist generell ein Unterschied zwischen dem Osten und dem Westen Österreichs - dass Eigentum stärker im Vordergrund steht als Miete. Als Universitätsstadt haben wir in Innsbruck zudem auch die Herausforderung, moderne, temporäre Wohnsituationen für Studenten zu schaffen. Insgesamt stärken derartige Konzepte wiederum die Qualität des Standortes insgesamt.