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Strategiewechsel bei ÖBB-Immobilien?

Heute entscheidet der Aufsichtsrat

Autor: Gerhard Rodler

Die Immobiliengesellschaft der ÖBB, die ÖBB Immobilienmanagement GmbH, hat in den letzten Jahren zunehmend an Fahrt gewonnen, vor allem auch ihr hochprofessionelles Profil massiv geschärft. Was aber mindestens ebenso wichtig ist: Für den Konzern ist ihre Immobilientochter in den vergangenen Jahren zu einem verlässlichen Ertragsbringer geworden. Jährlich fließen zwischen zwei- bis dreistellige Millionenbeträge an Erlösen aus Vermietungen und Verkäufen in die ÖBB-Kassen. Und zwar geräuschlos.

Heute, Montag, lässt sich der Aufsichtsrat einen Zwischenbericht geben, wie es mit dem von Herbert Logar gut gemanagten Tochterunternehmen weiter gehen soll. Es werden ja seit längerem immer mehr Stimmen laut, die nicht mehr betriebsnotwendigen Grundstücke nicht mehr zu verkaufen, sondern, wo immer möglich, als Baurecht zu vergeben. Die Umsetzung der Projekte könnte dann künftig über privatwirtschaftliche Kooperationspartner beziehungsweise ausschließlich auf eigene Rechnung agierende Bauträger erfolgen. Eine Entscheidung des Aufsichtsrats ist für heute noch nicht vorgesehen. Allerdings hat die Frage „Verkaufen“ oder „Baurecht-Vergabe“ eine weitreichende Bedeutung auch für den Wiener Wohnbau.

Immerhin sollen auf Liegenschaften der ÖBB in den kommenden zehn Jahren rund 25.000 Wohnungen entstehen. Die meisten davon werden auf dem Nordbahnhof-Gelände entstehen, weitere 5.000 rund um den Wiener Hauptbahnhof und nochmals 1.000 im direkten Umfeld.

Geht die Strategie ausschließlich in Richtung Baurecht, wird dies daher auch einen direkten Einfluss auf den Wiener Wohnbau haben. Erste Baurechts-Wohnungen gab es zwar bereits - die seinerzeitige Durst-Bau war da ein Vorreiter - allerdings war das bis dato im oberen Preissegment.

Ebenfalls im Fokus des Aufsichtsrates: Die Eisenbahnerwohnungen sollen nun in eine Stiftung eingebracht werden.