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Teures Wohnen in Österreich

EU-weit höchster Preisanstieg

Autor: Gerhard Rodler

Österreich stellt nach Frankreich die meisten Wohnungen pro Einwohner in der EU fertig. Gleichzeitig verzeichnet Wien den größten relativen Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Großbritannien und Frankreich sind erneut die teuersten Pflaster Europas, Preise für neue Wohnungen liegen dort im Gesamtdurchschnitt bei 4.000 Euro pro Quadratmeter. Dies zeigt der neu erschienene Deloitte Property Index, der sich mit der Preisentwicklung von Wohnimmobilien in 12 europäischen Ländern, Russland und Israel befasst.

Im Jahresvergleich unterscheidet sich die Preisentwicklung bei Immobilien in den untersuchten Ländern deutlich. Österreich und Deutschland verzeichnen den größten relativen Anstieg (plus 7 Prozent bzw. 5 Prozent), in Italien und Spanien hingegen sind die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken (minus 5 Prozent bzw. 13 Prozent). Von allen untersuchten Ländern der EU liegt Österreich bei den Quadratmeterpreisen für Neuwohnungen auf Platz 4, nach England, Frankreich und Italien.

Innerhalb der EU führt Frankreich die Rangliste an (5 fertiggestellte Wohnungen pro 1.000 EW), dicht gefolgt von Österreich (4,7). Nur wenige Kilometer weiter, in Ungarn, wurden 2013 die wenigsten neuen Wohnungen (0,7) fertiggestellt. Auch im letzten Jahr blieb die Nachfrage nach Immobilien stark und setzt somit den Trend steigender Transaktionspreise fort. Geringe Renditen an internationalen Finanzmärkten und niedrige Zinsen auf Kredite mobilisieren private wie institutionelle Investoren. Immobilien sind weiterhin eine beliebte Wertanlage in den von Unsicherheit geprägten, renditearmen Märkten, die es auch weiterhin ermöglichen, attraktive und wirtschaftlich nachhaltige Investments zu tätigen. Der innereuropäisch größte Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr fand in Wien statt (+9 Prozent), gefolgt von Kopenhagen (+8 Prozent) und Berlin (+7 Prozent). Im Gegensatz dazu wurde in Madrid ein Rückgang um mehr als 20 Prozent verzeichnet. Die Quadratmeterpreise für Bestandsbauten sind in der Mehrzahl der untersuchten Länder deutlich geringer als die für Neuwohnungen – in Ungarn beträgt die Differenz sogar 49 Prozent, in Österreich liegt die Differenz bei 36 Prozent. Nur in Portugal und Großbritannien ist das Gegenteil der Fall: Preise für Altbauten liegen jeweils 17 Prozent und 6 Prozent höher.

Österreich im Mittelfeld bei Leistbarkeit des eigenen Wohnraums Im Zusammenhang mit der Leistbarkeit ist auch die private Verschuldung ein weiterer wichtiger Indikator für den Zustand des Wohnungsmarktes. Im Jahr 2013 lag die durchschnittliche private Verschuldung in der EU bei rund 52 Prozent des BIP. Die geringste private Schuldenquote weisen Russland (3 Prozent) und die Schwellenländer Tschechien (14 Prozent), Polen (20 Prozent) und Ungarn (21 Prozent) auf. Die höchste Verschuldung von über 100 Prozent findet man in traditionell stabilen und gesättigten Wohnungsmärkten wie den Niederlanden oder Dänemark. In beiden Ländern ist dies auf gut funktionierende Hypothekenmärkte zurück zu führen. Österreich bewegt sich mit 24 Prozent im europäischen Mittelfeld.

Spanien mit größtem Wohnungsbestand 2013 hat sich der Wohnungsbestand in der EU im Durchschnitt auf 476 Apartments pro 1.000 Einwohner leicht erhöht. Während Spanien von den untersuchten Ländern über den größten Wohnungsbestand verfügt (18 Prozent über dem EU-Durchschnitt), weist Polen den geringsten auf (25 Prozent unter dem EU-Durchschnitt). Österreich liegt bei dieser Kennziffer etwa 4 Prozent über dem EU-Schnitt, d.h. 495 Wohnungen pro 1.000 Einwohner.