immoflash

UBM goes Paris

Mehrere neue Hotelprojekte am Weg

Autor: Gerhard Rodler aus Paris

UBM startet jetzt auch in Frankreich eine Hoteloffensive. Nach dem großen Erfolg der beiden Hotels Dream Castle und Magic Circus beim Euro-Disneyland sind jetzt weitere Projekte in Vorbereitung. Die an der Wiener Börse notierte Tochter von Porr und CA Immo plant sowohl in der französischen Hauptstadt als auch Eurodisney neue Investitionen.

Die beiden schon seit 2004 beziehungsweise 2007 in Betrieb stehenden 4 Sterne-Hotels mit zusammen 796 Zimmern und rund 3000 Betten kommen Dank Mickey Mouse & Co. auf eine ganzjährige Auslastung von rund 75 Prozent. Ein Traumwert für Ferienhotels, der sich unter anderem schon jetzt auch nur durch zusätzliche Businessgäste (Seminare, Kongresse) in den schwachen Monaten Oktober, November, Jänner und Februar erklären lässt.

Diese Bettenanzahl könnte sich jetzt verdoppeln. Disney will direkt bei den Parks ein Kongresszentrum errichten. Weil das Megaprojekt zusätzlichen Zimmerbedarf generiert, haben UBM und Warimpex dem Entertainmentkonzern den Bau eines dritten Hotels angeboten. Eine Entscheidung steht noch aus, hinter den Kulissen aber zeigt man sich optimistisch, den Zuschlag für weite 800 Zimmer zu erhalten. Einen Unterschied zum bisherigen Erfolgskonzept dürfte es aber beim vorgesehenen Betreiber geben. Während Dream Castle und Magic Circus von der Vienna International im Rahmen eines Managementvertrages (hier bleibt das variable Ertragspotential beim Immobilieneigentümer) betrieben werden, soll es Disney das neue Kongresshotel selbst managen. Ein Zeichen, dass der Unterhaltungskonzern in Zukunft touristische Wertschöpfung Dritten nicht mehr im bisherigen Ausmaß überlassen möchte. Das ist aber noch nicht alles. In einem Pressegespräch in Paris ließ UBM-CEO Karl Bier auf Nachfragen durchblicken, dass er noch an weiteren Standorten, diesmal in der Seinemetropole selber, interessiert ist. Entsprechende Optionsverträge seien bereits in Vorbereitung. Details sollen erst folgen, wenn die Projekte baureif sind.

Auch wenn UBM nach wie vor auch in den Assetklassen Büro und Wohnen faktisch europaweit ein namhafter Player ist, wird der Hotelbereich immer bedeutender. In den letzten 20 Jahren wurden insgesamt 32 Hotels mit mehr als 6.000 Zimmern realisiert. Aktuell sind im Portfolio Beteiligungen an 14 Hotels mit über 3.700 Zimmern enthalten. In München will der CEO Karl Bier das Angelo Hotel am Leuchtenbergring ausbauen, in Frankfurt wurde im Mai die Dachgleiche für ein neues Holiday Inn gefeiert und in Amsterdam hat UBM erst kürzlich die Genehmigung für die Errichtung eines Hyatt Regency erhalten.

Ein wichtiger Betreiber dabei ist die Vienna International (VI). Deren CEO Andreas Karsten ist seinerzeit auf Einkaufstour für Hotels mit Sanierungspotenzial, wenn auch in deutlich kleinerer Dimension als UBM. Jetzt denkt VI über einen Börsegang nach. Auch bei UBM könnte sich der Aktionärskreis vergrößern. Auf der Hauptversammlung am 30. April wurde jedenfalls bereits eine Erhöhung des Grundkapitals genehmigt.