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Vor Ende des Zinshaus-Hypes?

Es wird nicht mehr alles um jeden Preis gekauft

Autor: Gerhard Rodler

Die superfetten Jahre für die Abgeber von Wohnimmobilien scheinen sich einem Ende zu nähern, oder zumindest einer Atempause. Schon seit Monaten wird registriert, dass die Preissteigerungen bei Wohnimmobilien nicht mehr so rapide verzeichnet werden, wie das davor der Fall ist. Da und dort – vor allem in den mäßigen Lagen – rutschten die Preise sogar ein klein wenig zurück. Und es gibt schon Gerüchte, dass vereinzelt Wohnbauträger „ein Thema haben“, weil sie bereits zu teuer eingekauft haben.

Jetzt scheint sich dieser Trend auch auf den Zinshausmarkt niederzuschlagen, wo sich scheinbar auch wirtschaftliche Vernunft breit zu machen scheint. Ein Indiz dafür ist der - gelungene - zweite Durchgang der Wiener Zinshaus-Auktion: von den sechs in die freiwillige Versteigerung eingebrachten Wiener Immobilien konnten am vorletzten Freitag nur vier Immobilien zugeschlagen werden. Davon ging die Hälfte zum Ausrufungspreis an den Meistbieter und bei einem dritten lag der erzielte Höchspreis nur mehr sehr knapp über dem Ausrufungspreis.

In der Auktion vom vergangenen Freitag waren sechs Immobilien mit ganz unterschiedlichen Entwicklungspotenzialen eingebracht worden. Von fünf klassischen Gründerzeit-Zinshäusern fanden vier einen Meistbieter. Das Entwicklungsprojekt für einen Abriss und Neubau einer Liegenschaft fand nicht das notwendige Interesse. Folgende Immobilien wurden dabei versteigert*:

1020 Wien, Castellezgasse 24: Zinshaus mit baubewilligtem Rohdachboden am Augarten Ausrufungspreis 1.900.000,- Euro Zuschlagspreis: 1.980.000,- Euro 1100 Wien, Erlachplatz 10: Zinshaus Ausrufungspreis: 900.000,- Euro Zuschlagspreis:1.150.000,- Euro 1150 Wien, Reichsapfelgasse 19: Gründerzeit-Zinshaus Ausrufungspreis: 1.200.000,- Euro Zuschlagspreis: 1.200.000,- Euro 1190 Wien, Billrothstraße 29: Entwickeltes Zinshaus mit attraktiven Leerflächen Ausrufungspreis: 1.300.000,- Euro Zuschlagspreis 1.300.000,- Euro

*Der Abgeber kann, wie bei internationalen Immobilienauktionen üblich, bis 18 Uhr desselben Tages das Letztgebot annehmen/ablehnen.

Die Initiatoren der Auktion, die Immobilientreuhänder Eugen Otto und Oliver Brichard zeigten sich aber zufrieden, „dass der Markt den Gedanken der Auktion als transparentes und sicheres Instrument aufnimmt“. Für eine nächste Auktion hätten sich heute bereits Einbringer interessiert.

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr war dies die zweite Auktion, die die beiden Immobilientreuhänder Eugen Otto und Oliver Brichard als Auktionatoren unter großem Interesse zahlreicher Interessenten und Branchenkollegen durchgeführt hatten. Mit dem neuen Instrument will man jene Verkäufer ansprechen, die einen nachvollziehbaren, transparenten und auch zeitlich begrenzbaren Verkaufsprozess für ihre Liegenschaft benötigen.