immoflash

Weiter Skepsis für Berliner Mietpreisbremse

Aber zunehmend Kaufinteresse aus Ausland

Autor: Gerhard Rodler aus Berlin

Die Berliner sind schon jetzt eine Minderheit in Berlin. Das hat freilich gar nichts mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik zu tun, sondern bezieht sich vielmehr auf das Kaufverhalten bei Eigentumswohnungen. Bei der deutschlandweit tätigen Accentro Real Estate sind gerade mal 48 Prozent der Erwerber noch Berliner, weitere 27 Prozent kommen aus Rest-Deutschland. und das restliche Viertel verteilt sich auf 23 Nationen. Russen sind als Investoren immer noch unter den Top 3, gemeinsam mit Isrealis (2014 die größten Investoren) und Italienern, die in diesem Jahr die meisten Eigentumswohnungen erworben haben, sagte Accentro-Manager Jacopo Mingazzini. Gemessen werden hier nur Einzelverkäufe, nicht die Deals der Investmentgesellschaften oder Stiftungen.

Die Mietpreisbremse scheint bis jetzt den gewünschten Effekt, nämlich mehr leistbaren Wohnraum zu schaffen, verfehlt zu haben. Zwar dürften sich die Mieten in der Tat stabilisieren, dafür haben die Investitionen in bestehende Wohnhäuser rapide abgenommen und es hat sich ein „Schwarzmarkt“ entwickelt. Denn auf eine dieser günstigen Wohnungen kommen zehn Interessenten. Die Mietpreisbremse habe zudem den Mietwohnungsneubau nicht gerade beflügelt, was mittelfristig sogar zu einer weiteren Wohnraumverknappung in Berlin führen könnte, so Mingazzini.

Die Kaufpreise steigen hingegen weiter deutlich an in Berlin. Im Schnitt erreichen die jährlichen Preissteigerungen deutlich über fünf Prozent. Das dürfte auch in den kommenden Jahren so bleiben.