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Wiener Wohnmarkt hat große Angebotslücke

Miete & Kauf: starke Nachfrage, moderater Preisanstieg

Autor: Rudolf Preyer

Mietpreise steigen um 2 bis 2,5 Prozent und Wohnungseigentum um 3-5 Prozent, 2014 und die Folgejahre brächten kontinuierliche Preissteigerungen, sowie: die mit 1. April anstehende Erhöhung des Richtwerts von 5,16 auf 5,39 Euro sei für Wohnungen, in denen die Mieten frei vereinbart werden können, großteils irrelevant. Die Bezirke 3 bis 9 und die klassisch bürgerlichen Bezirke wie 13,18 und 19 sind speziell bei Eigentumswohnungen sehr begehrt; die deutliche Dynamik der Bezirke 2 und 5 hält an; und die Gegend über der Donau (21, 22) mit den größten Flächenreserven werde durch die U1 und U2 noch stärker an das restliche Wien heranwachsen. Vormittags präsentierten EHL und BUWOG den gemeinsam erstellten neuen Wiener Wohnungsmarktbericht.

Wien zählt zu den am stärksten wachsenden Großstädten Europas (bis zu 20.000 Personen mehr pro Jahr), die starke Wohnungsnachfrage hat allerding noch zu keiner signifikanten Angebotsausweitung geführt („Angebotslücke“): die Baubewilligungen bleiben mit rund 6.000 gegenüber 2013 weitgehend unverändert und die 5.648 geförderten Wohneinheiten (2012: 4.730) beeinflussen die Marktsituation nur in bescheidenem Ausmaß – der geförderte Wohnungsneubau müsse auf mindestens 10.000 Einheiten jährlich – wenn nicht sogar auf bis zu 20.000 – gesteigert werden. In Wien gibt es auf absehbare Zeit einen klassischen Verkäufermarkt: Selten zuvor wurden so viele Wohnungen bereits während der Bauzeit verkauft!

Das Mietrecht setze massive Anreize zu Fehlbelegung und Nichtnutzung, einfachere und schnellere Widmungsverfahren würden für die Entlastung des Wohnungsmarkts mehr bringen als eine Ausweitung des Fördervolumens, ein weiterer Hemmschuh sei die Verzögerung bei der Reform der Bauordnung (u.a. Stellplatzverpflichtung, Erleichterungen bei Lifteinbauten, Kaminen, Dachbodenausbau), überdies würden große Stadtentwicklungsprojekte (u.a. Seestadt Aspern: rund 8.500 Wohnungen, Hauptbahnhof: rund 5.000 Wohnungen) erst ab 2016 marktwirksam.