immoflash

Zinsen steigen, Immobilienpreise auch

Trotz Zinswende weiter steigende Preise bis 2019

Autor: Gerhard Rodler

Die Dynamik, welche in den Investitionen, Preisanstiegen, Übernahmen und Börsengängen aktuell an den deutschen Wohnimmobilienmärkten zum Ausdruck kommt, verdeutlicht die hohe Attraktivität dieses Marktsegments, so Catella Research in der aktuellen Untersuchung „Wohnungsmarktranking Deutschland 2015 - Die regionalen Wohnungsmärkte unter dem Mikroskop“.

Der Zinssatz für eine 10-jährige deutsche Staatsanleihe stieg von einem Rekordtief von 0,05 Prozent auf 1 Prozent. Catella vertritt die Meinung, dass dieser Effekt aus einer übermäßig niedrigen Zinspolitik mit langsam steigender Inflation, gekoppelt mit Wachstumserwartungen, resultiert.

Spätestens zur Jahreswende 2015/2016, wenn sich die europäische Wirtschaft in breitem Maße stabilisiert haben wird, ist mit einer Abkehr von der Politik des billigen Geldes und insgesamt höheren Zinsen zu rechnen. Infolge dieser Änderung der Zinslandschaft wird das Fremdkapital knapper, die Preise für Objekte werden sinken und damit die Renditen für Objekte steigen. Soweit die klassische Lehrmeinung.

Doch diese Entwicklung wird sich nicht unmittelbar einstellen. Im neuen Catella Market Tracker, Ausgabe Juli 2015, wagt Catella eine Renditeprognose für 20 Europäische Investitionsstandorte bis 2019 und kommt zu einem Ergebnis, welches sich jenseits der klassischen Lehrbuchlogik darstellt: Die Ankaufsrenditen werden - trotz Änderung der Zinspolitik - zunächst weiter sinken. Der „Berg an Liquidität“ wird nämlich nur langsam niedriger.